Was ist Crémant?
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Kurz gesagt ist Crémant ein Champagner, der jedoch ausserhalb der Champagne hergestellt wird. Da er nicht aus der Champagne stammt, darf er sich rechtlich nicht Champagner nennen. Und genau darin liegt sein besonderer Reiz.
Crémant ist ein Schaumwein, der nach der traditionellen Methode hergestellt wird : Einem präzisen, feinem Handwerk, das in mehreren sorgfältigen Schritten ausgeführt wird und so Perfektion entstehen lässt.
Der Grundwein wird gemeinsam mit einer Mischung aus Hefe und Zucker in die Flasche gefüllt, um eine zweite Gärung auszulösen. Diese erfolgt in individuell jeder liegend gelagerten und verschlossenen Flasche und sorgt für die sogenannte prise de mousse, also die feine, elegante Perlage, die Crémant auszeichnet.
Doch Hefen können weit mehr, als nur feine Perlen zu erzeugen. Sie sind das Herzstück der Methode. Während der Reifezeit in der Flasche entwickeln sie – nach Abschluss der Gärung als Hefelager (oder Hefesatz) bezeichnet – nach und nach Aromen von Brioche, frischem Brot und Trockenfrüchten. So verleihen sie dem Crémant Tiefe, Komplexität und Eleganz.
Die traditionelle Methode wird auch méthode champenoise genannt, allerdings ausschliesslich in der Champagne. Denn sowohl der Name der Region, und damit auch des Weins, als auch die Bezeichnung der Methode sind streng geschützt. Und die umsatzstärkste Weinregion der Welt versteht in dieser Hinsicht keinen Spass.
Crémants müssen mindestens 9 Monate auf der Hefe in der Flasche reifen und dürfen frühestens nach 12 Monaten in den Verkauf kommen. Mindestens! Viele Weingüter gönnen ihren Weinen sogar deutlich mehr Zeit, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Je länger der Kontakt mit der Hefe, desto ausgeprägter entwickeln sich feine Aromen von Patisserie und Gebäck. Gleichzeitig tritt die Frucht etwas in den Hintergrund : Eine Frage von Stil, Handschrift und bewusster Entscheidung.
Am Ende dieses Prozesses werden die Flaschen geöffnet ; im Fachjargon spricht man vom „Degorgieren“. Dabei werden die Hefen entfernt, sodass ein klarer, reiner und brillant schäumender Wein entsteht. Anschliessend folgt der Dosage-Schritt: Die Zugabe von Wein und/oder Zucker gleicht das durch die Hefen entfernte Volumen aus und verleiht dem Crémant seinen gewünschten finalen Stil, von besonders trocken bis harmonisch rund.
Diese Methode mag zwar aufwendig und zeitintensiv erscheinen, doch sie ist der Schlüssel zu Schaumweinen von beeindruckender Tiefe und Komplexität – Qualitäten, die andere Verfahren, wie beim Moscato, Prosecco, PetNat oder durch einfache Kohlensäure-Zugabe, nicht erreichen.
Ursprünglich bezeichnete der Begriff Crémant eine bestimmte Art von … Champagner. Gemeint waren Schaumweine mit niedrigerem Druck, und damit mit einer feineren, cremigeren Perlage. Heute existiert dieser Stil kaum noch, moderne Schaumweine prickeln deutlich lebhafter. Der Name ist jedoch geblieben.
1975 verzichteten die Champagner-Produzenten offiziell auf die Bezeichnung Crémant und überliessen sie anderen Regionen, die Schaumweine nach derselben Methode herstellen. Damit war die Verwirrung beendet: In der Champagne entsteht Champagner, und derselbe Stil ausserhalb der Region heisst Crémant !
In Frankreich gibt es acht Crémant-Appellationen. Hier nach ihrer Produktionsmenge aufgelistet (Stand 2024):
• Elsass
• Loire
• Burgund
• Bordeaux
• Limoux
• Jura
• Die
• Savoyen
Doch Crémant ist nicht ausschliesslich eine französische Angelegenheit. Auch ausserhalb Frankreichs dürfen Schaumweine, die nach traditioneller Methode hergestellt werden, den klangvollen Namen Crémant tragen, und zwar in zwei frankophonen Nachbarregionen: in der Wallonie (ja, auch in Belgien wird ein wenig Wein produziert, neben all den berühmten Bieren 😉) sowie in Luxemburg.
Jede Region setzt auf ihre Lieblingsrebsorten, wodurch Crémants einen eigenen Charakter erhalten – anders als Champagner, aber ebenso geprägt von einer hochwertigen, traditionellen Herstellungsmethode.
Beispiele aus Luxemburg: Die Crémants von Jeff Konsbrück
• Weiss: klassische Champagner-Rebsorten kombiniert mit einem Hauch Riesling – das Aushängeschild der Moselregion.
• Rosé: Auxerrois, typisch elsässisch, harmonisch ergänzt durch Pinot Noir, sorgt für feine Aromatik.
• Gewürztraminer: ein origineller, sehr duftiger Crémant – ein echtes Geschmackserlebnis!
Burgund: Hier zeigt Henri de Villamont mit einem Blanc de Blancs (weisser Schaumwein aus weissen Trauben, hier purer Chardonnay), wie ausdrucksstark, typisch und elegant ein Crémant sein kann, und das zu einem absolut fairen Preis.
Denn das ist vielleicht das Wichtigste: Crémant wird nach der Champagner-Methode hergestellt, hat aber weder den Namen noch die Champagner-Preise.